HIOB
Vorwort für den Leser
Das Geständnis des Verfassers
Gleich am Anfang des Vorwortes möchte der Verfasser des Buches dem Leser bekannt machen, dass er als Jugendlicher noch (im 16. Lebensjahr) die Notwendigkeit in sich gefühlt hatte, seinem Glauben an Gott zuliebe, sein Leben der Lehre der Heiligen Schrift zu widmen.
Nachdem er dann ein erfolgreiches, von Gott gesegnetes Studium abgeschlossen hatte, beschäftigte er sich nunmehr mit der Verkündigung der Wahrheit des Christiglaubens. Die Wahrheit, des echten, wahren, Wortes Gottes, fern von allen Menschenlehren bleibend. Den Grund findet der suchende Leser selbst in den Timotheus Briefen; und zwar 1.Tim. 4, 1-2 und 2.Tim. 4, 3-4.
Obschon der Verfasser Acht und Respekt vor jeder Konfession empfindet und sorgsam pflegt, ist er überzeugt und behauptet zweifellos, dass die Menschenlehren, die keinen Bestand und keine Grundlage in der Heiligen Schrift haben, wurden zum Sprengstoff. Diese haben den Heiligen Tempel Gottes, der in Epheser 2, 17-22 so wunderschön beschrieben wird, in die Luft gesprengt. Die Kirche Christi aber, die in der Ewigkeit bleibt; und das vom Heiligen Geist gegebene Evangelium blieben unbeschädigt. Die Menschenlehren aber den gehorsamen Glauben, auf den der Verfasser immer wieder mit dem empfindlichen Gefühl der Nächsten Liebe weist, endgültig vernichtet.
Der Verfasser des Buches ,,Hilfe zum Buch Hiob“ dient damit keiner christlichen Menschengruppe und keiner dogmatischen Lehre. Er verkündigt einfach und allein den Willen und die Absicht Gottes, unbeeinflusst von den zahllosen Menschenlehren und Behauptungen.
Die Worte des Heiligen Geistes sind sehr klar und deutlich: ,,Jede von Gott eingegebene Schrift ist nützlich zur Belehrung , zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; So wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.“ (2. Tim. 3, 16-17), und diese von Gott eingegebenen Schriften findet man alle in der Heiligen Schrift.
Weitere Informationen findet der Leser im entsprechenden Thema im Buch ,,Hilfe zum Buch Hiob“.
Vorwort zum Buch ,,Hiob“
In der Heiligen Schrift, in der man die Sammlung aller von Gott eingegebenen Schriften finden kann, gibt es ein Buch, und zwar im Alten Testament, das nach dem Namen seiner zentralen Gestalt benannt worden ist, weil der Verfasser des Buches unbekannt geblieben ist.
Das Buch „Hiob“ wird als die älteste Schrift des Alten Testaments gehalten. Die Nebengestalten des Buches, Elifas, Bildad und Zofar waren Jakobs(Israels) Zeitgenossen, und zwar Elifas war der erstgeborene Sohn Esaus, d.h. einer von den Isaaks Enkeln. (sieh Gen. 36,10)
Was den geistlichen Wert des Buches anbetrifft, wird es als prachtvoll und exzellent bezeichnet.
Es ist wichtig noch zu sagen, dass das Buch ,,Hiob“ zu den Büchern der Lehrweisheit des irdischen Volkes Gottes Israels, gehörte, und so zog auf sich nicht nur die Aufmerksamkeit bedeutender Dichter und Philosophen sondern auch ihre Bewunderung, wie z.B. die des englischen Dichters Thennyson (1809-1892), der behauptet haben soll, dass das Buch ,,Hiob“ das beste der Bücher seiner Art sei, die bis zu der Thennyson´s Zeit geschrieben worden seien.
Alles was dieses von Gott anvertraute Überlieferungsgut anbetrifft, das Hiob, wie auch andere getreue Knechte Gottes wahrhaftig, echt und lebendig vor Augen hielten, findet der Leser im Thema, „Reise in die vor der Bibel Epoche“ Dieses ist in der „Hilfe zum Buch Hiob“ zu finden. Viele wagen zu behaupten, dass, obwohl das Thema des Buches ,,Hiob“ mit dem menschlichen Schmerz und Leid eng verbunden ist, bekommt der Leser keine Antwort auf die Frage: Warum oder wozu der Schmerz und das Leid in unserer Welt, auf Erden?
Das kommt aber davon, dass der Mensch oft vergisst oder nicht daran denkt, oder vielleicht auch aus ungenügender Bibelkenntnis nicht vermag, die Weisheit und auch den Willen und die Absicht Gottes bei solch hohen Sinnen einzubeziehen und sie mitwirken und auch mitbestimmen zu lassen.
Dem Leser wird empfohlen, stets daran zu denken, dass der Schmerz und das menschlich unvorstellbare Leiden Hiobs keine Glaubensversuchung, war sondern eine Opferung Gottes zum Triumph des gehorsamen Glaubens.
Vorwort zur „Hilfe zum Buch Hiob“
Das Buch, das Sie in der Hand halten, ist eine langjährige Arbeit, die dem Verfasser sehr viel Mühe zur Forschung bereitet hat. Einerseits, um die Lebensverhältnisse und Lebensbedingungen jener alten Zeit, in der Hiob gelebt hatte, herauszufinden, und anderseits für die Suche und Sammlung geeigneten Stoffes in der Lehrweisheit Gottes, in der Heiligen Schrift, welcher dem Leser die Möglichkeit bieten könnte, die Beziehung der Gläubigen der betreffenden Zeit mit Gott nicht nur einfach zu erfahren, sondern vor allem richtig zu begreifen.
Um dies möglich zu machen, musste der Verfasser immer wieder versuchen, den Leser geistig in jene alte Zeit zu versetzen, um möglichst da, auf der Stelle, die jeweils betreffende Situation miterleben zu können.
Dies war nicht immer leicht, denn da müsste erst dem Fall entsprechend, aber auch für den „Unwissenden und den Unbefestigten“ (2. Petr. 3,16), die richtige, geistige Nahrung (Mat. 24,45) in der Heiligen Schrift ausgesucht und dem Fall passend erklärt werden.
Was man da noch mit viel Bedacht und nicht wenig Pedanterie dauernd zu achten hatte, ja, vielleicht auch mit übermäßiger, doch aber der Wahrheit Gottes angemessener und gehörender Genauigkeit, war sachlich und ohne den geringsten Vorbehalt bei der „guten Lehre“ (1. Tim. 4,6), bei der „gesunden Lehre“ (2. Tim. 4,3 + Tit. 2,1) zu bleiben und auf den „… ein für alle Mal den Heiligen anvertrauten Glauben“ (Judas 3) zu weisen. Das ist auch der Grund, dass in dieser „Hilfe“, sehr viele Hinweise, Erklärungen, Bemerkungen und Abschweifungen zu finden sind, und manch Wichtiges öfters wiederholt oder daran erinnert wird.
Da der Inhalt des Buches „Hiob“ eine wunderbare, vielfältige Lehre dem Leser bietet, hat der Verfasser dieser ,,Hilfe“ dafür gesorgt, dass, wenn der Leser die aus der Heiligen Schrift zitierten Bibelstellen, aber auch die hinweisenden Verse in der Bibel nachschlägt und aufmerksam liest, und sich mit dem jeweils tieferen Sinn vertraut macht, werden seine Kenntnisse im Wort Gottes bedeutend bereichert und sein geistiger und geistlicher Horizont merklich erweitert.
Es ist zu empfehlen:
Die in Anführungszeichen („ ….“) mit Rot zitierten Bibelstellen langsam zu lesen und nach dem tieferen Sinn zu suchen, d.h. die Weisheit Gottes darin zu erkennen versuchen und nach Belieben in einem dafür bestimmten Heft zu notieren.
Aber Vorsicht!
Da jede Wahrheit des Christi-Glaubens in mehreren Stellen der Heiligen Schrift zu finden ist, im Falle einer falschen Auslegung von der Seite des Lesers, kommt diese dann zwangsläufig mit den richtigen Auslegungen der anderen entsprechenden Bibelstellen in Widerspruch.
Mit anderen Worten, die Bibel, das Wort Gottes, ist wie ein Puzzle-Spiel, bei dem viele kleine Teile zu einer Bildfläche zusammengesetzt werden. Wenn man nun einen oder mehrere Teile dieser Bildfläche nicht auf seinen richtigen Platz bringt, passen dann auch die dazu gehörenden Teile nicht in die Bildfläche hinein, sodass das korrekte, richtige Bild nicht entstehen kann.
So ist es auch im Wort Gottes, in der uns rettenden Wahrheit, wenn ein Vers, oder mehrere Verse nicht nach dem von Gott gemeinten Sinn übersetzt wird oder werden, sprechen wir dann nicht von einer rettenden, sondern von einer in die Irre führenden Lehre, ..nämlich, in den Tod!
Die Heilige Schrift, könnte man auch mit einer großen, schattenlos beleuchteten Grotte vergleichen, besser gleichsehen, worin sich eine unzählige Menge von Tropfsteingebilde, Stalaktiten und Stalagmiten befinden. Man kann da allerlei schöne Formen, Figuren und Gestalten unersättlich, unermüdlich und unendlich zu sehen und zu bewundern bekommen.
HIOB
Wer ist Hiob?
1. Das Buch beginnt mit der Beschreibung des Charakters eines Menschen, der Hiob hieß.
Hiob ist der Mensch, den Gott auserwählt hat, um uns die unverändert feste Verbundenheit zwischen Mensch und Gott durch den gehorsamen Glauben, belehren zu können.
Jene Verbundenheit, die dem Allerhöchsten gefällt und jenen Gehorsam, den ER von uns wünscht, der uns Rettung bringt. Besonders bei manch schwerer Versuchung, wobei der unter der Versuchung leidende, gläubige Mensch die erforderliche Lebenskraft und den Halt, den er braucht, von Gott bekommen kann.
2. Der Heilige Geist beschreibt uns mit den schönsten Worten diesen gottergebenen Menschen, den wir alle beneiden werden, nachdem wir erfahren haben, welches Werk Gott durch sein treues Dienen, seine Ehrfurcht, seinen Gehorsam und Geduld erschaffen und ins Licht gebracht hat. Hier werden wir erfahren, wie der Allerhöchste durch Hiobs “ Heldentaten“ geehrt und gepriesen wurde, die auch jeder gerechte, treu dienende Mensch durch seine Geduld vollbringen kann.
Die Bibel berichtet:
3. „Im Lande Uz lebte ein Mann mit dem Namen Hiob. Dieser Mann war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und er mied das Böse. Sieben Söhne und drei Töchter wurden ihm geboren und er besaß siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder, fünfhundert Eselinnen und sehr viel Gesinde. An Ansehen übertraf dieser Mann alle Bewohner des Ostens“ (Vers 1,1).
4. Gleich am Anfang finden wir vier wertvolle Smaragde, die schmücken und beschreiben den Charakter eines Menschen, der Gott, seinem Schöpfer, gefällt.
Lob und Ehre Gottes kommen zu einem Menschen, der sich lässt, wie Lehm in den Händen seines Schöpfers, ihn nach SEINER Wahl und Geschmack zu formen.
5. Gott, der Herr, beschreibt uns einen Menschen, dessen Namen ER viele Jahrtausende später mit den Namen noch zwei gehorsamer Menschen erwähnen wird, wobei ER sie als Musterbilder menschlicher Vollkommenheit vorweist, um uns SEINEN Zorn gegen die sündhaften Menschen zu beschreiben. Da erklärt uns der Herr:
6. „Menschensohn, wenn sich ein Land gegen mich versündigt und mir die Treue bricht und wenn ich dann meine Hand gegen das Land ausstrecke, ihm seinen Vorrat an Brot entziehe, den Hunger ins Land schicke und Mensch und Tier ausrotte, und wenn in diesem Land die drei Männer Noah, Daniel und Hiob leben würden, dann würden nur diese drei um ihrer Gerechtigkeit willen ihr Leben retten -Spruch Gottes, des Herrn. Oder wenn ich wilde Tiere gegen das Land losließe, die es entvölkern, so dass es zur Wüste würde und wegen der wilden Tiere kein Mensch mehr durch das Land reisen könnte und wenn diese drei Männer dort leben würden – so wahr ich lebe, Spruch Gottes des Herrn – sie würden nicht einmal ihre eigenen Söhne und Töchter retten. Nur sie selber könnten sich retten, das Land aber würde zur Wüste werden …“ (Ezechiel 14, 12-16)
7. Die Treue Hiobs an seinem Herrn und seine Hingabe, dem Willen und der Absicht Gottes, und auch die tägliche Sorgfalt für die geistige Vollkommenheit seiner Familie, wie sie uns im fünften Vers beschrieben wird, bestätigen seine unbedingte Beziehung zu seinem himmlischen Herrn.
Der innigste Wunsch Hiobs nach einer geistigen Vollkommenheit begrenzt sich nicht nur an sich und seinen Familienmitgliedern.
8. Wie wir später erfahren werden, war Hiob das Vorbild der Weisheit und der Einsicht (Hiob 28,28) in seiner ganzen Umgebung. Aber ein so zuverlässiger und dem Herrn getreuer Mensch, bleibt dem Satan bestimmt nicht lange gleichgültig. Dieser Schaden bereitende und schadenfreudige Geist, wie er selbst dem Allerhöchsten gesteht, durchstreift die Erde, hin und her... „Die Erde habe ich durchstreift, hin und her“ (Vers7)
9. Über diesen Rebellen, der alle Werke Gottes zu zerstören und verwüsten versucht, berichtet uns Apostel Petrus, um uns vor Satans tödlicher Gefahr zu warnen:
10. „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann …“ (1. Petrus 5,8)
11. Das gleiche wird der Satan auch bei dem getreuen Diener Gottes, Hiob, versuchen.
Der Herzenskenner, der die Absichten Satans kennt, fragt ihn: „Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse“ (Vers 8).
Und der Satan kann es natürlich nicht leugnen. Ist es dem Satan jemals möglich, einen so Gott getreuen Menschen wie Hiob, außer Acht zu lassen?
Kann der Satan dies überstehen? Der gehässige Feind des Menschen antwortet dem Herrn:
,,Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seinige ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet, sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Lande. Aber strecke nur deine Hand gegen ihn aus und rühr an all das, was sein ist. Wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen“ (Vers 9-11)
12. Der Neid und der tödliche Hass fließen wie Gift und Galle aus seinem Mund. Allen kann er damit schaden, nur dem Allmächtigen nicht, „denn Gott kann nicht vom Bösen versucht werden und er selbst versucht niemand“ (Jakobus 1,13)
Er tötet aber den Menschen. Aber nicht jeden Menschen... Satans Kampf gegen Hiob wird nicht so leicht sein, wie er es sich vorgestellt hat! Grinsend machte sich also der schlaue Geist mit der Anspielung an Gott heran:
„Meinst du, dass Hiob Gott umsonst fürchtet?“
13. Satan hoffte damit, auch bei Gott die Wahrheit verdrehen zu können. Hier irrt sich der Satan sehr und es ist egal für uns, ob er die Barmherzigkeit Gottes kennt oder nicht. Es ist sicher, dass er sie kennt und hier müsste er auch wissen, dass der Allerhöchste die Person nicht ansieht (Apostelg. 10,43), weil er nämlich behauptet, dass Gott, der Herr, seinen Knecht Hiob mit einer besonderen Eigenschaft segnet. Aber gemäß dem, was Satan behauptet, fürchten alle Menschen nicht umsonst Gott, denn der Barmherzige sorgt ununterbrochen und ewiglich für alle Bedürfnisse des Menschen auf Erden.
Alles, was Gott auf Erden und im Himmel erschaffen hat, hat ER dem Menschen zur Verfügung gestellt.
14. So wollen wir auch den Satan darauf aufmerksam machen, dass Gott ihn des Menschen wegen duldet, bis das allerhöchste Geschöpf SEINER Kreatur, den Kampf gegen ihn erfolgreich beendet und den Sieg errungen hat.
15. Mit der gleichen spielerischen Lust wollen wir ihm auch sagen, dass, wenn der „Vater des Lügens“ die Wahrheiten des Christi-Glaubens nicht kennt – die kennt er zweifellos (Jakobus 2,19) – dann muss er dafür sorgen, dass er sich, wie Hiob, von Gott belehren lässt. Aber er vergisst manche Wahrheiten, die ihm die Gläubigen gern belehren könnten. Wie z.B. mit folgender Bemerkung:
16. Ein weiser, kluger und einsichtsvoller Mensch sieht, horcht, fragt, lässt sich beraten und belehren, geht gefühlsmäßig und gefühlvoll um. Dabei freut er sich des Lebens mit Gott, genießt die Liebe und die Barmherzigkeit des Herrn, bedankt sich bei Gott für SEINE wohltuende Wärme und die liebevolle Fürsorge. Zugleich wird er Eigentümer und auch Verwalter des Segens und der Gaben Gottes zu seinen Nächsten. Er ist, wie auch sein Herr, großzügig und verteilt mit freigiebiger Hand edle Güte und Liebe, aus der in der Ewigkeit sprudelnden Gottesquelle.
17. Unser Herr im Himmel hat nur Gaben und Geschenke, aber keine Schulden! Niemandem ist er etwas schuldig! Er ist aber Gott der Ordnung. Und die Ordnung, die Gott gefällt, ist jene, die uns Jesus Christus vorgeschrieben hat:
18. „Gott ist Geist und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!“
Und die Bibel berichtet weiter:
„Der Herr sprach zu Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst strecke deine Hand nicht aus!
Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn“ (Vers 1,12).
19. Hier erlaubt Gott dem Satan, sich an Hiob heranzumachen und all seine Wut auf Hiob auszulassen. Und das tut er wahrhaftig. In einer einzigen Stunde hat er ihm alles vernichtet – alles was sein war! Er hat ihm nichts gelassen. Alle seine Tiere, die Rinder, die Esel, die Schafe, alle seine Knechte und schließlich schlug er auch alle seine Kinder tot. Alle zehn auf einmal (Verse 1,13-19). Solch ein Hass, eine völlige Vernichtung! Die Heilige Schrift berichtet, dass Hiob ein sehr angesehener und sehr reicher Mann war (Vers 3). Alle, die ihn kennen, fragen sich:
20. Warum dieses Missgeschick? Warum hat das Gott erlaubt? Hiob war doch ein guter und gerechter Mensch. Das weiß Gott, oder freut ER sich etwa, wenn SEINE Kinder so hart und so gnadenlos getroffen werden? Alle, die ihn kennen, fragen sich, aber keiner kann auf diese Fragen Antwort geben.
Rätselhafte Fragen: Wie kann der Allmächtige so etwas zulassen? Wie kann ER so einfach zusehen?
21. Nun, da gibt es einen großen Unterschied zwischen uns und Hiobs Verwandten, Freunden und Bekannten. Wir wissen nämlich, dass der Täter, besser gesagt, der Zerstörer, der Satan war. Die Menschen jener Zeit wussten gar nichts vom Satan und seinen bösen und sadistischen Untaten. Die Leute von damals glaubten, alles was den Menschen passierte, Gott wäre der Täter, was man leider auch heute noch zu hören bekommt, was mancher auch glaubt. Aber wir kommen noch zu diesem Thema.
Da wir wissen, dass der Satan dahintersteckte, wundert es uns und wir fragen uns, warum der Barmherzige so etwas dem Satan erlaubt hatte, obwohl ER wusste, wer Hiob IHM gegenüber war, der Mensch, der SEINER Beschreibung nach, „Seinesgleichen ist nicht auf Erden“ (Vers 8).
22. Wir „bösen Menschen“ (Lukas 11,13) lesen und erfahren all dies, was Hiob erlebt hat und es entsetzt und bestürzt uns und den Heiligen, den Barmherzigen rührt es nicht? Ist es IHM gleichgültig und ohne Interesse?
Die einfachen Menschen, die Unwissenden, denken vielleicht: Ist das der Gott der Liebe und des Segens, von dem uns die Bibel mit klaren schönen Worten erzählt, von dessen Liebe und Gerechtigkeit die Evangelisten, die Missionare und die Prediger mit zweifelloser Überzeugung berichten?
23. All diese Fragen und noch tausende andere drehen sich im Kopf und verfinstern den geistigen Horizont der einfachen Christen, der „Unwissenden und Leichtfertigen“ (2 Petrus 3,16). Das alles können sie nicht verstehen. Das schlimmste aber ist, dass sie die Botschaft des himmlischen Herrn, die sie durch Hiobs Drama erfahren sollten, auch nicht begreifen können! Somit wird Gott das Lob, der Dank und der Preis, sowohl auch die Ehre und die Anbetung, die wir Gott schuldig sind, nicht gegeben.
24. Hier ist die Beschreibung einer göttlichen Gabe, einer Opferung. Mit anderen Worten, einer Opferung, die der Allerhöchste dem treuen Menschen zuliebe erlaubt hat.
25. Wie können aber jene, die wie oben (von Petrus) genannten „Unwissenden und Leichtfertigen“ zu ihrem Interesse Gott verstehen, um zum Nutzen ihres Glaubens die obenstehenden Fragen richtig zu beantworten? Und vor allem: Wie kann der barmherzige Gott zusehen und dulden, dass eines SEINER Geschöpfe, das sogar im Glauben und Gehorsam „auf Erden nicht seinesgleichen ist“ unbeschützt, ohne Hilfe und Rettung, dem sadistischen Gelüst Satans ausgesetzt wird? Weiß denn Gott, der Schöpfer seiner beiden Geschöpfe nicht, wer Satan und wer Hiob ist?
26. Auf der einen Seite dieses unbarmherzige, gehässige, sadistische Wesen namens Satan: Die Verkörperung aller Bösartigkeit, Grausamkeit und Entsetzlichkeit und auf der anderen Seite das Bildnis, die Darstellung und zugleich die Krönung jener Menschenwürde, die der Mensch erst dann erreichen kann, nachdem er, durch den gehorsamen Glauben, die Kraft des Allmächtigen in sich wirken lässt.
27. Natürlich kennt ER die beiden. ER kennt sie sogar sehr gut darum will ER, dass auch wir sie kennen lernen. Darum macht der himmlische Herr diese Opferung.
Wir sprechen hier von einer Opferung, die ähnliche Bedeutung hat, wie jene des Abrahams nur wenige Jahrzehnten vorher. Sehr ähnlich sind diese Opferungen, aber zugleich auch sehr verschieden:
28. Hier ist der Vergleich: Die Opferungsgeber sind verschieden, die Opfergaben sind ähnlich. Opferung eines Menschen von einem Menschen die Erste. Opferung eines Menschen von Gott, die Zweite! Sohn des Opferungsgebers, das Opfer bei der Ersten; Sohn (Knecht) Gottes, das Opfer auch bei der Zweiten.
Glaubens- und Gehorsamsunterricht, der Wille und die Absicht Gottes bei der Ersten, gehorsamer Glaube und Geduld, der Unterricht bei der Zweiten. Eine und die Gleiche ist aber die Botschaft Gottes der beiden Opferungen. Der Triumph des Lebens!!! Ein Geschenk Gottes für den Menschen des Gehorsams. Von dieser Opferung haben wir noch viel zu erzählen!
Nun im Buch weiter
29. Der Kampf und die ganze Lebensarbeit gehen innerhalb einer Stunde zu Grunde! Alle seine Kinder sind getötet und mit ihnen auch die Freude, die Hoffnung, die Träume für ihre Zukunft, die tägliche Sorge um die gesunde Beziehung seiner Kinder mit Gott (Vers 5); alles eine böse Vergeblichkeit, eine Nichtigkeit?
30. Vergeblichkeit- und Nichtigkeit für den Gottlosen, aber für den Hiob, für den Vollkommenen, auch eine Nichtigkeit? Für den Gottlosen führt die Nichtigkeit selbstverständlich zur Nichtigkeit! Der Gottlose an der Stelle Hiobs würde denken, macht nichts, die anderen haben, ich bekomme alles wieder und noch viel mehr...
31. Aber der Gerechte, der Treue? Wie denkt er? Sind auch für ihn der Segen Gottes, die Geschenke des Herrn, die Frucht seines Schweißes, der Lohn seiner ehrlichen Arbeit auch Nichtigkeit und Vergeblichkeit? Für den Selbstbewussten, den Bescheidenen, den einfachen Christen, wenn er sich in der Lage Hiobs befände – vielleicht nicht in dieser schrecklichen Lage – aber in irgend einer schweren Versuchung, was würde er da machen, wie würde er reagieren?
Würden wir es aushalten und überstehen können? Würden wir genug stark sein, um uns aufrecht zu halten, uns nicht niederschlagen zu lassen, und vor allem den Willen unseres Gottes und somit auch unseren Glauben nicht zu verdammen? Wir wollen sehen, wie sich Hiob verhalten wird, was er macht und was er sagt.
32. Wir wollen auf seine Reaktion aufpassen, weil er für uns Gläubige des Herrn geopfert wird; uns zuliebe! Dabei müssen wir daran denken, dass Hiob ein Mensch wie wir ist, mit unseren Unruhen, unseren Schwächen, unseren Nerven … nur an dem Glauben und an dem Gehorsam unterscheidet er sich sehr von uns!
Das Buch „Hiob“ erzählt uns weiter:
33. „Nun stand Hiob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde und fing zu beten an. Er sagte: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter, nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn“ (Verse 1,20-21).
34. Ist Hiobs Reaktion hier nicht zu bewundern? Könnte man sie überhaupt als normal bezeichnen? All was er hatte, hat er verloren, alle seine Kinder sind tot. Alle zehn auf einmal...!
Er hat auch ein Herz, eine Seele und Gefühle, wie wir; er spürt auch die Schmerzen, wie wir!
Er allein kann wissen, welcher Schmerz und welche Trauer sein Herz zertrümmert und zerfetzt hat.
35. Hiob weiß nicht viel mehr über Gott als wir, im Gegenteil. Wir haben das Licht Christi, wir haben schon, das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes erfahren, „die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat, zu unserer Verherrlichung“, belehrt uns Apostel Paulus. (1.Korinth. 2,6-7)
Hiob hatte diese Kenntnis nicht gehabt, wie wir später erfahren werden. Noch dazu haben wir nicht nur die Augenzeugen, die mit eigenen Augen und Ohren gesehen und gehört haben, wie sich alles als wahr erwiesen sind, was der Allmächtige für die Rettung und Erlösung der Menschheit versprochen hat; aber auch wir erleben diese Verherrlichung, die bezeugte Wahrheit Gottes! (2. Petrus 1,16 und Johannes 1,1-2)
36. Hiob und seine Zeitgenossen wussten noch nichts von dem Rettungsplan der Menschheit, den sich Gott, der Herr, noch vor der Schöpfung ausgedacht hatte (1. Petr. 1,19-20).
37. Hiob kannte Gott nach einer anderen Art und Weise, ähnlich mit jener, die unser auferstandener Herr Jesus Christus die Gläubigen geseligt hatte, als er mit Thomas sprach: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Johannes 20,29)
38. Hiob aber kannte Gott noch aus einer anderen Sicht her, aus der Lichtumstrahlung SEINER Herrlichkeit.
Diese Herrlichkeit hat sich Gott, SEINER heiligen Absicht wegen erwählt, um SEINEN gehorsamen Gläubigen näher treten zu können. Demnächst kommen wir noch zum Thema.
39. Allein der Verlust seiner zehn Kinder versetzte Hiob in tiefe, unerträgliche Trauer: „Er zerriss sein Gewand und schnitt sein Haar glatt und versetzte sich in tiefe Trauer!
40. Ein richtiges Wrack der körperliche, der natürliche Hiob, aber nicht der geistige Hiob, der „fromme“, der „rechtschaffene“ Hiob. Zwei Hiob in einem Hiob. Beide waren wunderbar! Der Natürliche, der Irdische, mit dem Geistigen in einer absoluten Harmonie; die beiden in dem Einen, in dem der Herr Gefallen gefunden hat.
41. Und was machte da Hiob, der eine Hiob, der dem Allmächtigen gefällt? „Er fiel auf die Erde und betete Gott an“. Er betete seinen Herrn an!
Daran liegt die „großartige Beschaffenheit“ Hiobs Charakters: Eine wunderbare Eigenart seines Wesens, die zwar von oben her stammt, aber sie beschränkt sich unter seiner geistigen Kontrolle. Eine wahre Vollkommenheit, die zu beneiden ist! Die kann aber nur erst dann zustande kommen, wenn sich der Gehorsam mit dem überzeugten Glauben an Gott harmonisieren.
42. Hiob betet den Herrn an, und bedankt sich bei IHM, ...warum? – Wollen wir ein wenig nachdenklich darüber sprechen; ein bisschen philosophieren?
Hiobs Kinder sind zugleich Gottes Kinder. Gott hat seine Kinder zu SICH aufgenommen (versetzt). Für Gott gibt es keinen Tod; es gibt nur Schlaf (Lukas 20,37). Hiobs Kinder aber sind nicht in seiner Gegenwart, obwohl sie in der Gegenwart Gottes leben. Hiob fehlen seine Kinder sehr. Er möchte sie bei sich haben, sich über sie freuen und sich um sie sorgen, mit ihnen sprechen. Aber jetzt hat er sie nicht; er hat sie alle in einem einzigen Augenblick verloren! Nun
ist alles um ihn herum „ein verwüstetes Land“. Die Öde die überall in seiner Gegend, in seiner unmittelbaren Nähe, herrscht, ist unerträglich.
Sein Schmerz ist zu groß; er ist todtraurig. Aber Gott Ungerechtigkeit zuzurechnen? – Nein, niemals! Er ist sein Herr, ER weiß, ER allein entscheidet!
Ist das allein nicht wunderbar? Was heißt es sonst, „Gott gehorsam zu sein“? Ist es für den Gläubigen nicht ein großer Segen, wenn der Wille Gottes in seinem Leben geschieht? Davon ist Hiob überzeugt; darum stimmt er zu, obwohl alles in ihm furchtbar schmerzt.....!
„...der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn“! Hiob weiß, wem er vertraut; er kennt die wundervolle Quelle, die Quelle der herrlichsten Geschenke. Selbst jene, die dem Menschen vielleicht nicht gefallen, besonders dann, wenn er darunter leiden oder trauern muss.
Für den gläubigen Menschen ist das eine Gunstbezeugung für seine Seele und seine Geistig- und Geistlichkeit. Alles, was von dem Barmherzigen im Leben des Gläubigen erlaubt wird, sind Geschenke, die von IHM für uns geheiligt worden sind. So sind auch die Worte Hiobs im Vers 2,10 zu verstehen.
44. Der Herr, der Geist, bestätigt uns. „Bei alldem sündigte Hiob nicht, und äußerte nichts Ungehöriges gegen Gott.“ (Vers 22)
Treuer Freund Gottes, hingegebener Knecht des Herrn ist Hiob. Auf solche Knechte freut sich der agathos Gott!
Ende des 1. Kapitels
KAPITEL 2
1. Nachdem der Satan seine Niederlage von Hiob anerkannt hat, erschien er wieder vor dem Allmächtigen, um für seine Taten Wort abzulegen. Gott, der Herr macht ihn abermals darauf aufmerksam: “Hast du auf meinen Knecht Hiob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse“ Und er teilt dem Satan noch mit: “Noch immer hält er fest an seiner Frömmigkeit, obwohl du mich gegen ihn aufgereizt hast, ihn ohne Grund zu verderben“ (Vers 2,3)
Der Erfinder aller Bösartigkeit antwortet: “Haut um Haut! Alles, was der Mensch besitzt, gibt er hin für sein Leben“, versucht der Unweise den WEISEN zu ,,belehren“! Dann fährt er gleich fort: “Doch, streck deine Hand aus und rühr an sein Gebein und Fleisch; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen“.
2. Das, was jeden Menschen wundert, ist Satans Hinterlistigkeit und Bösartigkeit, die in seiner Antwort zu erkennen sind, und zwar in den Ausdrücken: „Haut um Haut …“ und „ … streck deine Hand aus und rühr an sein Gebein und Fleisch“.
Damit will der Satan behaupten, dass Hiob immer noch an seiner Frömmigkeit festhält, weil der Herr ihm nicht erlaubt hat, gegen Hiob selbst seine Hand auszustrecken. Satan erduldet es nicht, und kann nicht vor Gott zugeben, dass er schon von Hiob eine schwere Niederlage erlitten hat.
3. Er irrt sich in der Hoffnung, dass Gott, der Herr, SICH selbst übertreffen werde und SEINE Hand ausstrecke und an Hiobs Gebein und Fleisch rühre (Vers 2,5).
Hier müssen wir uns abermals fragen: Weiß denn der Satan nicht, dass der Barmherzige, “kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und führt auch selbst niemand in Versuchung“ (Jakobus 1,13)
4. Hier ist aber große Vorsicht für den Gläubigen zu empfehlen: Herr Gott kennt genau den falschen und hinterlistigen Satanscharakter und weiß, wie gefährlich es für den Menschen werden kann, und besonders dann, wenn der Mensch sich von Gott entfernt und ohne SEINEN Schutz und SEINE Hilfe bleibt!!!
5. Schließlich erlaubt Gott dem Satan mit Hiob so falsch und hinterlistig umzugehen; erstens, weil ER seinen treuen Knecht gut kennt und auch weiß, dass Hiobs glaubwürdige Beschaffenheit ihm die erforderliche Kraft verleihen kann, allein mit dem Satan fertig zu werden und zweitens, weil Gott Wert daran legt, dass seine Gläubigen erfahren, wie unverschämt frech und kühn Satan auch noch in der Gegenwart des Allmächtigen umgehen kann. Der Wille Gottes beschützt aber den Gläubigen.
6. Bevor wir das alles in den beiden Dialogen des Herrn mit dem Satan erfahren, ist es nötig, dass wir auf folgende wichtige Tatsachen achten: Satan besitzt eine unter Gottes Kontrolle Macht, die er nach dem Ungehorsam des ersten Menschen im Paradies bekommen hat. Diese Macht behält er immer noch und wird vom Herrn erduldet bis zum Tag, der von Gott festgelegt worden ist, für all das, was er den Kindern Gottes antut, bei Gott zu verantworten.
Er begnügt sich, überall wo er kann, die Menschen, die Völker und die Nationen zu beschwindeln und im Allgemeinen, wo es ihm gelingt, die Werke Gottes zu zerstören und zu vernichten.
7. Das Allerschlimmste ist, dass er mit seinen Lügen die Wahrheit Gottes verfälscht oder seine Lügen mit der Wahrheit umhüllt.
8. Alles was Gott dem Satan erlaubt, ist zu Gunsten der Seele und der Geistig- und Geistlichkeit des Gläubigen; auch zur Erwachung, zur Erziehung, zur Belehrung, aber auch für die Verbreitung des Evangeliums! (Verse zu empfehlen: Lukas 4,1-4; Jakobus 1,2-4; 1.Korinth.10,13; Apost. 8,1-3)
Gott kontrolliert den Satan
9. In den beiden Dialogen des Herrn mit dem Satan fragt Gott ihn: “Woher kommst du?“
Weiß denn Gott nicht, wo der Satan war, was er da machte und woher er kam?
Warum fragt Gott „den Vater der Lüge“, woher er komme, obwohl ER genau weiß, wo Satan war und woher er kam?
10. Warum ärgert sich Gott nicht? Ist Gott mit den Werken Satans zufrieden oder einverstanden? – Aber natürlich nicht! Gott empfindet in sich Zorn auf Satans Werke, aber ER ärgert sich nicht; ER braucht es auch gar nicht.
11. Wir wollen es mit einem einfachen Beispiel verständlich machen, was die meisten von uns schon mal erlebt haben: “Der kleine Hans spielt mit einem Buch. Es könnte auch die Bibel seines Vaters sein; und er durchblättert sie. Plötzlich zerreißt er einige Blätter, dann ruft er mit kindlicher Neugierde: „Papa, schau wie leicht die Blätter zerreißen“. Der Vater springt auf, läuft zum Kind und fragt sehr zornig und dabei auch sehr aufgeregt, „was machst du denn da?“ Warum fragt der Vater? Sieht er denn nicht, was sein Sohn macht oder gemacht hat? Dass er die Bibel um manche Blätter dünner gemacht hat?
12. Er kontrolliert einfach die Tat seines Sohnes. Er will seinem Kind damit zu verstehen geben, dass das, was der Kleine gemacht hat, nicht machen durfte.
Das gleiche macht hier auch Gott, der Herr. ER macht es bloß mit SEINER hervorragenden Art. Nicht wie wir Menschen es machen oder machen würden.
Gott, wie wir es schon mehrmals betont haben, ist unbeeinflussbar vom Bösen. Im griechischen Text wird es „agathos“ (=unbeeinflussbar vom Bösen) genannt. Wir werden die Unbeeinflussbarkeit Gottes besser verstehen können, wenn später Gott mit Hiob sprechen wird (Kapitel 38-42), da wir wieder darüber sprechen werden.
13. Gott empfindet Zürnen, aber nicht Ärger. Man könnte vielleicht sagen, einen leichten oder auch großen Zorn, einen Unwillen, der nicht ausbricht und sich nicht als Ärger äußert. Das Zürnen ist eine geistige Reaktion, während der empörende Zorn oder der Ärger eine körperliche Aufregung ist, wobei das Nervensystem angegriffen wird und die Empörung mit ihren Folgen zur Erscheinung kommt.
14. Apostel Paulus, um den Ephesern zu einem richtigen Verhalten zu verhelfen, schrieb ihnen: “zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über euren Zorn (empörenden Zorn) untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel “. (Eph 4,26; lies auch Psalm 4,4)
15. Gott zürnt es, wenn wir Böses tun, wenn wir IHM nicht gehorchen, wenn wir ein Leben führen, mit dem ER nicht einverstanden ist, aber die völlige Ordnung, mit der ER alles geschaffen hat, hat als Folge, dass IHN niemand und nichts aufärgern oder empören lässt.
16. Ja, Gott zürnen wir mit unseren bösen Taten, aber wenn wir IHN hören könnten, hätte ER uns gesagt: „Ich habe für eure Bösartigkeit Tag und Stunde festgelegt; ihr werdet für alles verantworten müssen“.
17. Und der kleine Hans, wenn er ein „eigenes“ Buch, von denen, die ihm der Vater gekauft hatte, zerrissen hätte, hätte ihm der Vater ganz gelassen sagen können: „Was machst du da, zerreißt du das Buch, das ich dir gekauft habe? Du bekommst keines mehr“.
18. Gott zürnt es auch mit dem Satan, aber ER fragt ganz gelassen, «Woher kommst du?» Und der Satan antwortet: «Die Erde habe ich durchzogen, hin und her, und da bin ich.»
19. Für den Vernichter aller Werke Gottes ist nichts geschehen. „Er hat die ganze Erde durchzogen, hin und her“, er hat alles verwirrt und verwüstet und er ist schon da, in der Gegenwart des Herrn. Alles hat er in „bester Ordnung“ gelassen!
20. Keine Gewissensbisse, gar keine Spur von Barmherzigkeit, ein endloser Friedhof ist entstanden, überall, wo er durchzogen ist! Blutgier und Mord, Trauer und Schmerz, Grausamkeit und Entsetzen herrschen in seinem Reich! … auf Erden, in der Welt!
Hiob hilflos in Satans Händen
21. Gott, der die Herzen und die Nieren der Gläubigen kennt, sagt dem Satan gelassen: «Gut, er ist in deinerHand. Nur schone sein Leben!» (Vers 5,6)
22. Der Satan versäumt keine Zeit. Diesmal schlägt er Hiob noch erbarmungsloser zu. Die Bibel erzählt: «Der Satan … schlug Hiob mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel. Hiob setzte sich mitten in die Asche und nahm eine Scherbe, um sich damit zu schaben».
23. Hiobs ganzer Körper ist eine schlimme, eine offene Wunde! Es schmerzt fürchterlich, es schmerzt und juckt am ganzen Körper. Er ist verzweifelt. Er muss sich ununterbrochen kratzen und schaben, um seine verfaulte Haut auf die Erde zu werfen. Blut, Eiter und Wasser rinnen aus seinem verwundeten Körper unaufhörbar.
24. Aber all dies, was er am Leibe zu erleiden hat, ist halb so schlimm im Vergleich damit, was er bis jetzt erleben musste. Vor allem trauert er über den Tod seiner zehn Kinder. Er sitzt in der Asche. In der Asche seiner Brandopfer, die er für die Vergebung seiner Kinder darbrachte! (Vers 1,5) Jetzt ist er selbst das Brandopfer und sitzt „mitten im Brand“, den ihm der Satan angezündet hat.
Hiob sucht vergebens nach Gott.
25. Da, wo er sitzt, mit gesenktem Kopf, starrt er in die Asche, grübelt ununterbrochen und weint. Die schmerzenden Gedanken haben kein Ende!
Plötzlich denkt er an seinen Herrn, an seinen Freund und Helfer. Er erhebt seinen Blick und schaut zum Himmel empor. Sein Blick verfinstert sich allmählich; denn er kann Gott nirgends erkennen, nirgendwo entdecken. Er beginnt schwindlig zu werden und seine Gedanken fangen an, sich auch zu verfinstern …
26. Hat mich der Herr so hart bestraft? Aber warum? Was habe ich denn getan? Vielleicht habe ich irgendwann bei meinem Herrn gesündigt oder IHN irgendwie beleidigt? War ich jemals bei IHM undankbar gewesen? Eine Menge von Fragen zerbrechen ihm den Kopf. Gott war doch mein Freund, ER liebte mich, ER begleitete mich auf allen meinen Lebenswegen? Warum ist ER nun von mir gegangen? Habe ich Böses getan?
27. Und Hiob beginnt wieder Hiob zu fragen. Da unten auf dem Boden, in der Asche sitzend, beginnt der geistige den irdischen Hiob zu „zerlegen“. Er muss herausfinden, er muss erfahren, was da geschehen ist.
28. Alles am Körper tut ihm weh, und das Herzeleid ist unerträglich, aber er muss den Grund finden, warum sein Gott und Herr von ihm gewichen ist.
Er atmet tief, rafft sich ein Herz und beginnt wieder. Der Geistige vernimmt den Irdischen! Was hast du gemacht? Was hast du gesagt? Warum hast du deinem Herrn, Freund und Helfer Leid angetan.
29. Hiob der treue Knecht und Freund Gottes bekommt keine Antwort, kein einziges Wort. Beide sind zu bedauern.
Gnadenlos und uneingeschränkt sind die Hiebe des sadistischen Teufels, fern von Gott, ohne die fürsorgliche Gegenwart seines barmherzigen Herrn! Hiob weint … und trauert um den Hiob!
30. Hiob ist für den Satan, gleich wie das rote Tuch für den Stier in der Arena.
„Der fromme, der rechtschaffene, der gottesfürchtige Hiob muss unbedingt kraftlos auf die Knie fallen; ohne die Hilfe Gottes kommt er bestimmt nicht weit; Hiob muss seinem Herrn ins Angesicht fluchen“, denkt der Satan.
Ein teuflischer Einfall in gnadenloser Durchführung. Alle Freunde und Bekannten, sogar seine engsten Verwandten entfernen sich von ihm (sieh 42,11)
Hiobs Sorge um seine Frau
31. Hiob ist ein abscheuliches, ein entsetzliches Bild für sie alle! Eine blutende Wunde ist sein ganzer Körper! Ein grauenerregendes Bild selbst für seine Frau! Der schlaue Satan wird sogar ihren Mund verwenden, um ihrem Mann zu sagen: “Hältst du immer noch fest an deiner Frömmigkeit? Lästere Gott und stirb“ (Vers 2,9)
32. Wenn wir Hiobs Puls fühlten, seinen Herzschlag abhorchten und seine Gedanken lesen könnten, nur dann würden wir spüren, welchen Schmerz und welche Enttäuschung er empfand, als er seine Frau hörte, ihm diese Worte sagen. Seine Frau, seine zweite Hälfte, sein rechtes Herz, seine Lebensgefährtin, von der ihm der liebe Gott zehn gläubige, gesegnete Kinder geschenkt hatte, bekam er so Unerhörtes zu hören?
33. Er liebt sie sehr und schätzt sie auch hoch, denn er hatte auch auf ihren starken „Nieren und Beinen“ Stütze gefunden, um im Leben fromm und rechtschaffen werden und bleiben zu können. Mit leiser Stimme, mit Güte und Geduld und ohne sie kränken zu wollen, sagt er zu ihr: “Du hast geredet, wie die törichten Weiber reden. Nehmen wir nur das Gute an von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?“
34. Und was macht hier Hiob? Er vergisst die Schmerzen seiner faulen Haut, auch die seines Herzens, denkt nicht mehr an sein Drama und beschäftigt sich mit dem Sündenfall seiner Frau.
35. Hiob weiß. Er denkt, „Meine Frau hat nie so gesprochen. Irgendwas ist mit ihr geschehen, aber was?“ Er will sie in seine Arme schließen, trösten und geistlich stützen, dass sie wieder fest und sicher auf ihren Beinen stehen kann, damit sie nicht geistlich stirbt! Viele Jahrzehnten haben sie zusammen verbracht. Zusammen liefen sie auf der Erde, zusammen flogen sie im geistlichen Himmel, zusammen sangen sie und beteten sie ihren Himmlischen Herrn an, warum hat sie nun auf einmal versagt?
36. Ist sie nicht auch ein Mensch? Ist das nicht die Mutter, die neulich ihre Kinder begraben hat; alle zehn auf einmal? Und der da, mit den blutigen Wunden am ganzen Körper, ist das nicht ihr Mann?
Hiob läuft zu ihr; er muss ihr beistehen; er muss sie stützen!
37. Zuerst muss er sie lassen, eine „kalte Dusche“ nehmen, indem er ihr sagt, “Du hast geredet, wie die törichten Weiber reden“. Hiob ist es bestimmt nicht angenehm, ihr diese Worte zu sagen, aber sie muss ihren „geistlichen Unsinn“ erkennen, und ihren Sündenfall bereuen.
Wahrhaftig! Hiobs Frau dreht sich um, starrt ihren Mann an, wie wenn man sie während eines schrecklichen Traumes aufgeweckt hätte, aber sie lässt ihren Mann aussprechen. “Nehmen wir nur das Gute an von Gott und sollten wir das Böse nicht auch nehmen?“
38. Hiobs Frau fragt sich noch: „Was will Hiob damit sagen? Hat er noch Kraft und Lust mir noch von Gott zu reden?“ Hiobs leise Stimme unterbricht ihre Gedanken und mit Güte und wohltuender Geduld sagt er zu ihr: „Stell dich fest auf deine Beine, mein Herz, brich nicht zusammen! Der Herr will nicht unseren Tod. Alles was von Gott kommt, sind Gottesgaben; Geschenke zum Leben; die Guten sowohl auch die Bösen.“
39. Hiob gelingt es, seiner Frau zu helfen und sie am Leben zu erhalten; gelingt es ihm aber auch, uns zu überzeugen?
40. Und der Geist Gottes versichert uns, “Bei all dem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.“
41. Alle Bekannten und Freunde Hiobs hören von seinem Drama und erfahren alles, was ihm passiert ist. Hiob ist bekannt in der ganzen Gegend. Er war reich, gottesfürchtig, hilfsbereit, liebevoll zu seinen Nächsten und war immer bereit, jedem Ratschlag und Hilfe zu geben.
42. Alle fragen sich, „Jetzt, gerade in seinem Drama und in seiner Krankheit, wo bleibt Gott? Warum hat ER ihn verlassen?“ Jeder gibt die Antwort seiner Wahl. Die meisten erschrecken und drehen ihm den Rücken zu. Vielen graust es vor ihm und sie laufen fort; sie haben Angst, von einer so entsetzlichen Krankheit Angesteckt zu werden, die den ganzen Körper angreift, und die Haut zerfrisst und zersetzt.
Hiob bekommt Besuch
43. Hiob ist von allen verlassen und auch noch von Gott? Drei alte Freunde entschlossen sich, alle zusammen Hiob zu besuchen, ihm ihr Mitleid auszudrücken und ihn auch zu trösten.
Als sie angekommen sind und ihn angesehen haben, haben sie ihren Augen nicht geglaubt. „Ist das Hiob, ihr Freund, der gesegnete Mensch, der freundliche und friedliche Hiob, den sie kannten und auch beneideten? Ist er das, der da mitten in der Asche sitzt? Das kann doch nicht möglich sein! Sie können ihren Augen wirklich nicht glauben. Vom Anblick allein sind sie sprachlos, sie verstummen, sie können nicht nur ein einziges Wort sagen. Sie wissen nicht, was sie sagen, wie sie sich verhalten sollen.
Sie zerreißen ihr Gewand, sie beginnen auch zu weinen und werfen sich Staub auf ihr Haupt!“
Sie sind von Hiobs Drama ganz entsetzt! Sieben Tage und sieben Nächte sitzen sie neben Hiob, ihrem Freund, da in der Asche, aber niemand spricht ein einziges Wort. Sie sehen es ein, der Schmerz Hiobs ist sehr groß!
KAPITEL 3
Hiob spricht von seiner Erschütterung
1. Hiob bemerkt den Schock seiner Besucher. Er sitzt auch so stumm wie sie. Was soll er ihnen bloß sagen? Wo soll er beginnen und wo soll er enden.
Sie werden doch alles gehört und erfahren haben. Hiob selbst ist manches nicht klar und vieles kann er auch gar nicht begreifen.
(Fortsetzung am 1. des nächsten Monats)

